Ilex aquifolium – Europäische Stechpalme, Stechpalme
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1 Liter-Topf
ca. 15 – 25 cm
Buschige Jungpflanzen
Vorrätig
Deutscher Name: Europäische Stechpalme; Stechpalme.
Synonyme: Gemeine Stechpalme, Gewöhnliche Stechpalme, Hülse, Stechhülse, Hülsenbusch, Stecheiche, Palmdorn; regional in Österreich auch Stechlaub, Stechholder, Christdorn, Walddistel. Der Name Schradl bei uns im Mostviertel – für mich als einen Zugezogenen – war etwas Neues.
Botanisch: Ilex aquifolium
Gattung: Stechpalmen
Familie: Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae)
Höhe: meist etwa 3–6 m – sehr langsamer Wuchs! An günstigen Naturstandorten sogar 10–15 m, ausnahmsweise noch höher – in Mitteleuropa sind 10–15 m hohe Bäume möglich.
Wachstum: Sehr langsam wachsend. Bis eine Stechpalme ihre typische Größe von mehreren Metern erreicht, vergehen mehrere Jahrzehnte. Bei ungefähr 20 cm Höhenzuwachs pro Jahr sind für einen größeren, annähernd ausgewachsenen Strauch grob 30–50 Jahre anzusetzen; sehr alte Bäume wachsen wesentlich länger weiter.
Jahreszuwachs am zusagenden Standort – Höhe: etwa 20 cm; Breite: etwa 10 cm. Jungpflanzen können unter günstigen Kulturbedingungen zeitweise stärker wachsen.
Geschätztes Alter: Sehr langlebig, etwa 200–300 Jahre sind möglich. In Fachinformationen werden bis zu etwa 300 Jahre genannt; außergewöhnliche historische Exemplare wurden sogar auf mehrere Jahrhunderte geschätzt.
Breite: meist etwa 3–5 m bei frei entwickelten älteren Exemplaren.
Immergrüner, langsam wachsender Großstrauch oder kleiner bis mittelgroßer Baum. Junge Exemplare wachsen häufig dicht, aufrecht und kegelförmig bis pyramidal. Alte Pflanzen können eine breite, rundliche Krone entwickeln. Die Verzweigung ist dicht und bietet dadurch sehr guten Sicht- und Vogelschutz. Die Wuchsform ist allerdings ausgesprochen variabel.
Schattentolerant, schnittverträglich und grundsätzlich robust, aber klimatisch liebt sie ausgeglichene Luft- und Bodenfeuchtigkeit und milde Winter. Längere Trockenheit, große Hitze bei trockenem Boden, Wintersonne in Verbindung mit gefrorenem Boden sowie extreme Fröste sind ungünstig. Junge Pflanzen reagieren empfindlicher auf Frost und ungeschützte Lagen (windig) als etablierte Exemplare. Die Stechpalme ist deshalb kein ausgesprochenes Hitze- oder Trockengehölz. Mit milderen Wintern kann sie ihr mitteleuropäisches Areal dagegen erweitern.
Die Europäische Stechpalme ist überwiegend zweihäusig. Das bedeutet, dass männliche und weibliche Blüten normalerweise auf verschiedenen Pflanzen wachsen. Ein männliches Exemplar liefert Pollen, bildet aber keine roten Früchte. Die auffälligen roten Früchte entstehen an weiblichen Pflanzen erst nach Bestäubung. Wer im Garten Beerenschmuck möchte, sollte deshalb zu einer weiblichen Pflanze einen männlichen Ilex in erreichbarer Nähe haben; ein männlicher Strauch kann mehrere weibliche Pflanzen bestäuben.
Da die Jungpflanzen aus Samen gezogen werden, ist eine Unterscheidung oft erst nach vielen Jahren möglich, wenn sie zu blühen beginnen. Insofern müssten sicherheitshalber etliche Exemplare gesetzt werden, um die Chance auf Beeren zu erhöhen.
Übrigens sind Eiben und Wacholder ebenfalls zweihäusige Pflanzenarten.
Blütezeit: Hauptsächlich Mai, regional und witterungsabhängig bis Juni beziehungsweise Juli.
Blütenfarbe: Weiß bis cremeweiß, gelegentlich leicht rosa überlaufen.
Blüte: Die einzelnen Blüten sind klein und gegenüber dem auffälligen Laub eher unscheinbar. Meist besitzen sie vier weiße Blütenblätter und sitzen in den Blattachseln. Weibliche Blüten stehen meist einzeln oder zu wenigen zusammen, männliche Blüten in etwas größeren Gruppen. Aus der Nähe betrachtet wirken sie wie kleine weiße Sternchen. Für Insekten sind sie wesentlich interessanter, als ihr unscheinbares Aussehen vermuten lässt.
Sogar ein schwacher Duft entströmt den kleinen Blütchen.
Frucht: Leuchtend scharlachrote, glänzende, kugelige Steinfrucht von etwa 6–8 mm Durchmesser mit gewöhnlich vier Steinkernen. Umgangssprachlich wird sie meist „Beere“ genannt, botanisch ist sie eine Steinfrucht. Die Früchte bleiben häufig über den Winter am Gehölz. Für Menschen aufgrund der leichten Giftigkeit ungenießbar.
Reifezeit: Ab September/Oktober; die Früchte können bis tief in den Winter hinein am Strauch bleiben.
Blatt: Immergrün, wechselständig, derb und lederartig, dunkelgrün und oberseits auffällig glänzend. Besonders junge und bodennahe Blätter besitzen die bekannten kräftigen, stacheligen Zähne. An älteren Pflanzen und besonders weiter oben in der Krone treten dagegen häufig fast oder vollständig glattrandige Blätter auf. Diese unterschiedliche Blattform an derselben Pflanze heißt Heterophyllie. Es gibt gute Hinweise darauf, dass die stärkere Bestachelung bodennaher Blätter als Schutz gegen Verbiss wirkt.
Wurzelsystem: Überwiegend relativ oberflächennahes, dicht verzweigtes Wurzelsystem; einzelne Wurzeln können tiefer reichen.
Es können auch Wurzelsprosse vorkommen und zur Bildung größerer Bestände beitragen. Aber nicht zwingend und keinesfalls als lästig wahrnehmbar. Zusätzlich können bodennahe beziehungsweise von Laub bedeckte Äste gelegentlich bewurzeln.
Humoser, lockerer, frischer bis mäßig feuchter und gut durchlässiger Boden. Die Stechpalme bevorzugt schwach saure bis ungefähr neutrale Böden und meidet extreme Standorte. Dauerhafte Staunässe und stark austrocknende Böden sind ungünstig.
Sehr vielseitig als immergrüner Solitär, Großstrauch, kleiner Hausbaum, sogar als frei wachsende oder geschnittene Hecke, Sichtschutz, Unterpflanzung lichter Gehölze und für schattige Gartenbereiche. Wegen ihrer ausgezeichneten Schnittverträglichkeit kann sie ähnlich wie Buchs geformt werden. Für einen naturnahen Garten sollte möglichst die heimische Wildform verwendet werden.
Vor allem schattige bis halbschattige Laub- und Mischwälder in klimatisch ausgeglichenen, niederschlagsreichen Gebieten. Typisch sind Buchenwälder, Buchen-Tannenwälder und verschiedene Eichenwälder. In der Schweiz nennt Info Flora unter anderem Hainsimsen-Buchenwald, Linden-Mischwald und Laubwälder mit immergrünen Sträuchern.
West-, Mittel- und Südeuropa; im Norden bis Südskandinavien, im Süden bis zur Iberischen Halbinsel und nach Nordafrika; außerdem Südosteuropa, Balkan, Kaukasusraum und Teile Vorderasiens bis zum nördlichen Iran. Das Verbreitungszentrum liegt in Gebieten mit atlantisch-ozeanischem Klima.
Die Stechpalme ist in Mitteleuropa heimisch und der einzige in Mitteleuropa heimische Vertreter der artenreichen Gattung Ilex.
Beginnend mit dem Land mit dem größten europäischen Vorkommen:
Deutschland, Schweiz, Österreich, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Niederlande und angrenzende Gebiete. Innerhalb Mitteleuropas ist die Verbreitung stark vom ozeanischen Klima abhängig; Österreich liegt bereits nahe dem östlichen Arealrand.
Natürliches Vorkommen in Deutschland: besonders charakteristisch sind Ilex-reiche Buchen- und Eichen-Buchenwälder West- und Nordwestdeutschlands; natürliche Vorkommen bestehen außerdem im Schwarzwald und im Bodenseegebiet.
Österreich: ein besonders wichtiges natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Vorarlberg beziehungsweise im Bregenzerwald, wo Ilex lokal sehr verbreitet ist; nach Osten werden die natürlichen Vorkommen wesentlich seltener.
Schweiz: verbreitet in klimatisch ausgeglichenen Wäldern des Schweizer Mittellandes und der Alpennordseite; ein bekanntes Schwerpunktgebiet liegt unter anderem in der Nordostschweiz und westlichen Zentralschweiz. Für die Schweiz führt Info Flora ausdrücklich den Status „Indigen“.
Oft gemeinsam mit der Stechpalme vergesellschaftet: Rotbuche, Stiel-Eiche, Eibe. Besonders charakteristisch ist die Kombination von Rotbuche und Stechpalme in atlantisch geprägten Buchenwäldern; auch Eiben können dort beigemischt sein.
Der größte Wert liegt in der Kombination aus ganzjähriger Deckung, Nistmöglichkeiten, Blüten und Winterfrüchten. Das dichte immergrüne und teilweise stark bestachelte Astwerk schafft geschützte Rückzugs- und Nistplätze. Die kleinen Blüten stellen Nektar und Pollen bereit. Die Früchte werden insbesondere von Drosseln und anderen fruchtfressenden Vögeln genutzt, häufig erst spät im Winter, wenn sie weich beziehungsweise überreif geworden sind.
Beispiele von Vogelarten: Amsel, Singdrossel, Misteldrossel, Wacholderdrossel und Ringeltaube; regional nutzen noch etliche andere Vogelarten die Früchte. Besonders gut dokumentiert ist die Bedeutung für Drosseln und Amseln.
Sowohl Hummeln, Wildbienen als auch Honigbienen besuchen den Frühjahrsblüher durchaus häufig, allerdings zählt die Stechpalmenblüte sicher nicht zu den Top-Bienenweiden.
Die offenen Blüten werden neben Bienen auch von Fliegen und Schwebfliegen besucht.
Schmetterlinge: Ist das Gehölz eine wichtige Raupenfutterpflanze? Zwar kann die Stechpalme im direkten Vergleich zu Eiche, Weide, Schlehe oder Weißdorn keineswegs auch nur annähernd mit der Artenanzahl dieser Gehölze mithalten. Aber für einzelne Arten ist die Stechpalme eine relevante Raupenfutterpflanze. Besonders bekannt ist der Faulbaum-Bläuling beziehungsweise Garten-Bläuling (Celastrina argiolus), dessen Raupen unter anderem Stechpalme nutzen; österreichische Naturgarteninformationen führen die Stechpalme ausdrücklich als Raupenfutterpflanze dieses Bläulings.
Interessant vor allem als immergrünes Vogelschutz- und Vogelnährgehölz. Der dichte, stachelige Wuchs bietet Vögeln ganzjährig Deckung und geschützte Nistmöglichkeiten. Die Blüten werden von Insekten besucht und die lange am Gehölz bleibenden Früchte sind Winternahrung für verschiedene Vogelarten. Ihre besondere Bedeutung liegt vielmehr darin, dass sie eine vergleichsweise schwer von anderen Gehölzen zu besetzende ökologische Nische erschließt und damit deren Funktionen sinnvoll ergänzt. Dies gilt insbesondere für die Vogelwelt: Die lange am Gehölz verbleibenden Früchte stellen eine wertvolle Nahrungsquelle dar und bieten damit einen Nutzen, den etwa Weiden trotz ihrer herausragenden Bedeutung für die Insektenwelt in dieser Form nicht erfüllen können.
Die roten Früchte und auch die Blätter enthalten für Menschen problematische oder leicht giftige Inhaltsstoffe. Somit scheidet eine Verwendung der Stechpalme als Wildobst natürlich aus.
Die Steinkerne werden natürlich durch Vögel verbreitet und keimen im beziehungsweise auf dem Waldboden; für die Aussaat werden sie leicht mit Substrat bedeckt.
Die Samen besitzen eine komplizierte Keimruhe mit bei Fruchtreife noch nicht vollständig entwickeltem Embryo. Eine Kombination aus Nachreife sowie Warm- und Kälteperioden fördert die Keimung. In der Natur erfolgt die Keimung häufig erst im zweiten Jahr. In einer Freilanduntersuchung keimten Stechpalmensamen tatsächlich erst ab dem zweiten Jahr.
Pflanz- und Pflegetipps: Am besten halbschattig bis schattig auf humosem, frischem und gut durchlässigem Boden pflanzen. In sonniger Lage ist eine gleichmäßigere Bodenfeuchte wichtig. Junge Pflanzen bei längerer Trockenheit wässern und vor starker Wintersonne beziehungsweise austrocknenden Winterwinden schützen. Ilex ist ausgesprochen schnittverträglich, wächst aber langsam. Umpflanzen verträgt die Art mit zunehmendem Alter schlechter; Container- oder Ballenware ist wurzelnackter Ware vorzuziehen.
Wissenswertes: Die Stacheln sind nicht einfach nur eine unveränderliche Eigenschaft des Blattes. Junge Pflanzen und bodennahe Zweige tragen meist besonders stark bestachelte Blätter; höher in alten Bäumen können nahezu glattrandige Blätter auftreten. Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass Verbiss diese Bestachelung fördert. Die Pflanze kann ihre „Abwehr“ damit gewissermaßen dort verstärken, wo Pflanzenfresser sie erreichen.
Skurriles: Obwohl sie Stechpalme heißt, ist sie mit Palmen überhaupt nicht verwandt. Der Name hängt mit dem Palmsonntag zusammen: Da echte Palmzweige fehlten, wurden immergrüne Stechpalmenzweige für Palmbuschen verwendet.
Geschichtlich Interessantes: Die Stechpalme ist ein Relikt einer sehr alten immergrünen europäischen Flora. Fossile Funde zeigen, dass verwandte beziehungsweise entsprechende Stechpalmen bereits vor etwa 3–10 Millionen Jahren in den damaligen Lorbeerwäldern Europas vorkamen. Das immergrüne Laub machte Ilex schon in vorchristlicher Zeit zum Symbol für Unvergänglichkeit, Tod und Wiedergeburt. Später wurde sie in die christliche Tradition übernommen und zum Palmsonntags- und Weihnachtsschmuck. Das harte, schwere und gut polierbare Holz wurde unter anderem für Werkzeug- und Hammerstiele, Spazierstöcke und Drechselarbeiten verwendet. In Deutschland führte die intensive Gewinnung von Schmuckreisig im 19. und frühen 20. Jahrhundert regional zu starken Bestandsrückgängen; natürliche Stechpalmen stehen dort seit 1935 unter Schutz.
Quellenangabe: Wikipedia „Europäische Stechpalme“; naturaDB „Europäische Stechpalme – Ilex aquifolium“; Info Flora/Flora Helvetica „Ilex aquifolium“; Flora von Österreich/Botanik im Bild, Naturwissenschaftliches Museum Wien; Burgenlandflora; Bundesamt für Naturschutz; Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, LWF Wissen 85 „Die Europäische Stechpalme“; Waldwissen.net; WSL – Gehölzportrait Ilex aquifolium; Österreichische Bundesforste sowie ergänzende botanische und dendrologische Fachliteratur. Bei den ökologischen Zahlen von naturaDB ist zu beachten, dass die derzeit abrufbare Wildform-Seite und die von naturaDB auf Sortenseiten wiedergegebenen Wildformdaten teilweise widersprüchliche Zahlen zeigen.
Hinweis zu medizinischen Inhalten und Wirkungsweisen:
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Eine Haftung hinsichtlich der Verwendung ist ausgeschlossen.
Quellen: Enzyklopädie der Wildobst- und seltenen Obstarten (Helmut Pirc, Leopold Stocker Verlag), Wikipedia; ergänzend naturaDB, Info Flora/Flora Helvetica, Flora von Österreich, Burgenlandflora, Bundesamt für Naturschutz, Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, WSL und weitere botanische beziehungsweise dendrologische Fachliteratur.
| Gewicht | 0,3 kg |
|---|---|
| Stückzahl | 10 Stück, 20 Stück, 50 Stück |
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