mehrjährig
heimisch
Blüte: sehr typische, wohlbekannte Blüte. Außen weiße Zungenblüten, innen gelbe Röhrenblüten.
Bei Korbblütlern (Asteraceae) ist das, was wir für eine einzelne Blüte halten, in Wahrheit ein ganzes Blütenkörbchen aus vielen winzigen Einzelblüten. Unsere Margeriten sind ein ideales Beispiel für dieses Prinzip der Arbeitsteilung verschiedener Blütentypen auf einem einzigen Blütenköpfchen.
Das Köpfchen: Hunderte winzige, gelbe Blüten sitzen dicht an dicht auf einem gemeinsamen Blütenboden und bilden die typische „Scheinblüte“ mit ihren weißen Zungenblüten als äußere Umrandung.
Die äußeren Zungenblüten: Die langen, weißen „Blütenblätter“ am Rand locken Insekten an.
Die inneren Röhrenblüten: Die gelben Blüten in der Mitte sind winzige Röhren, die Nektar und Pollen produzieren
Blütezeit: Mai-Oktober
Höhe: 30 – 70 cm
Standort, Boden: bevorzuge eher trockene und nährstoffarme Standorte. Durchaus durchlässig,steinig oder sandig, auch sehr sonnig und heiß. Für saftigeren Wiesen mit üppiger Vegetation sollte eher die Fettwiesen-Margerite (Leucanthemum ircutianum) verwendet werden
Die leuchtend gelb-weißen, flachen, offenen Korbblüten bieten für Wilde Bienen mit sehr kurzen Rüsseln sowie eine Vielzahl anderer Insekten leicht zugänglichen Pollen an. Besonders wichtig sind Margeriten für Arten, die viele Pflanzenfamilien nutzen (=polylektische Arten) sowie für einige auf Korbblütler spezialisierte Arten (oligolektische Arten)
Bisher konnten knapp 80 !!! Wildbienenarten daran beobachtet werden. Etwas mehr als 10 sind stark auf diesen Korbblütler spezialisiert. Hier nur einige der Wildbienenarten, die die Blüten nutzen: Wollbienen, Seidenbienen, Langhornbienen, Maskenbienen, Löcherbienen, Sandbienen, Seidenbienen, Furchenbienen, Schmalbienen, Blattschneiderbienen
Etwas mehr als 10 Schmetterlingsarten nutzen die Wiesenmargerite hauptsächlich als Nektarlieferant aber auch als Raupenfutterpflanze.
Darunter sind viele prächtige und wohlbekannte Schmetterlinge wie Ochenauge, Kohlweißlinge, Admiral, Kaisermantel, Feuerfalter, Bläulinge, Zipfelfalter und das Wiesenvögelchen.
Fast 20 verschiedene Schwebfliegenarten konnte man bisher beobachten.
Ebenso zählen Käfer zu den Profiteuren des leicht erreichbaren Pollens.
Zwischen der Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) und der Fettwiesen-Margerite (Leucanthemum ircutianum) gibt es fließende Übergänge und zumindest rein äußerlich Mischformen. Beide Arten bilden zusammen die schwer zu unterscheidende Artengruppe unserer „Wiesen-Margerite“
Der Hauptunterschied liegt in den unterschiedlichen Standortansprüchen
Sonstige Unterscheidungsmerkmale – leider nicht immer 100% sicher
Wuchshöhe:
Magerwiesen-Margerite: Bleibt kleiner und erreicht meist Wuchshöhen zwischen 30 cm und 60 cm.
Fettwiesen-Margerite: Wird deutlich höher und kann an zusagenden Standorten bis zu 100 cm groß werden.
Blattform:
Magerwiesen-Margerite: Die Blätter sind an der Basis am breitesten und weisen dort große, öhrchenartige Zähne auf. Zudem sind sie meist kahl.
Fettwiesen-Margerite: Diese Blätter sind im vorderen Drittel am breitesten, laufen am Grund schmaler zu und haben kleinere oder gar keine Zähne an der Basis. Sie sind zudem oft (aber nicht immer) leicht behaart.
Standort & Boden:
Magerwiesen-Margerite: Bevorzugt magere, trockene bis frische und nährstoffarme Böden, typisch für ungedüngte Magerwiesen und Böschungen
Fettwiesen-Margerite: Bevorzugt nährstoffreichere, frischere bis feuchte Böden, typisch für Fettwiesen
Knospen: Die noch geschlossenen Knospen können in Essig und Salz eingelegt werden und dienen als hervorragender Kapernersatz.
Blüten: Die weißen Zungenblüten und geöffneten Blütenköpfe eignen sich hervorragend als essbare, dekorative Streudekoration für Salate, Suppen oder Brotaufstriche.
Junge Blätter: Vor der Blüte im zeitigen Frühjahr geerntet, schmecken sie leicht süßlich (karottenartig) und werden gerne in Salaten oder als Wildgemüse verwendet. Später entwickeln sie eine angenehme Schärfe.
Wurzeln: Sie wurden früher geschätzt und wie klassisches Kochgemüse zubereitet.
Tee: Die Blüten und Blätter lassen sich wie Kamille als wohltuender Tee aufgießen
Hautpflege & Wundheilung: Aus den Blüten zubereitete Tees oder frische Umschläge wirken entzündungshemmend und sollen die Heilung von leichten Wunden, Ekzemen und Hautausschlägen fördern.
Verdauungsförderung: Ein Teeaufguss wird traditionell eingesetzt, um Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen zu lindern.
Erkältungslinderung: Ähnlich wie Kamille kann die Pflanze schleimlösend wirken und bei Erkältungssymptomen unterstützen.
Das Ritual stammt historisch aus Frankreich, wo es traditionell als „Effeuiller la marguerite“ (Margeritenblätter abzupfen) bezeichnet wirdDas Zupfen: Man hält die Margerite in der Hand und zupft mit jedem Spruchband nacheinander ein einzelnes Blütenblatt aus.
Die Sprüche: Pro Blatt wird ein Teil des Orakelspruchs aufgesagt. Die gängigste Variante in Österreich und Deutschland ist: „Er (sie) liebt mich – Er liebt mich nicht – Ein bisschen – Sehr – Leidenschaftlich – Überhaupt nicht“.
Das Ergebnis: Das Orakel entscheidet sich mit dem letzten abzuzupfenden Blatt.








