deutscher Name: Kohldistel
Synonyme: Gemüsedistel, Sumpf-Distel, Krautdistel
Botanischer Name: Cirsium oleraceum
Gattung: Disteln
Familie: Korbblütler
Höhe: ca. (60) 100–150 cm
Blütezeit: Juli bis September
Blüte: gelblich bis blassgelb, röhrenförmig, in großen, von hellgrünen Hochblättern umhüllten Köpfchen, wenig bestachelt
Frucht/Samen: Achänen mit weißlichem Pappus (Flughaaren)
Reifezeit: August bis Oktober
Blatt: groß, weich, hellgrün, eiförmig bis länglich, schwach gelappt, kaum bestachelt
Wuchs/Gestalt: ausdauernde, kräftige, aufrechte Staude mit hohlem Stängel
Wurzel: kurze, kräftige Pfahlwurzel mit Seitenwurzeln, nicht kriechend, keine streichenden Ausläufer wie etwa die Ackerkratzdistel, also am Stock bleibend
nährstoffreiche, feuchte bis nasse Böden, Halbschatten bis Sonne, Auen, Quellfluren, Nasswiesen, auch sehr schwere Böden Natürliches Vorkommen: Feuchtwiesen, Bachufer, Bruch- und Auwälder Natürliches Verbreitungsgebiet: Europa bis Westsibirien, in Mitteleuropa heimisch Einige mitteleuropäische Länder, in denen die Pflanze als heimisch gilt: Deutschland, Österreich, Schweiz, Tschechien, Polen, Slowakei
feucht bis nasse auch zeitweise nasse Humpen oder Senken, feuchte Teichrand, Au- und Sumpfbeet, Feuchtwiesen mit einmaliger Maht im Herbst oder Frühjahr, eine gelegentlich zweimalige Maht schadet der Pflanze jedoch nicht
Mädesüß (Filipendula ulmaria), Sumpf-Storchschnabel (Geranium palustre), Blut-Weiderich (Lythrum salicaria), Baldrian (Valeriana officinalis)Wasserdost (Eupatorium cannabinum) Sumpfdotterblume (Malta palustris), Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris), Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus)
ökologisch sehr wertvolle und bestens beflogene Nektar- und Pollenpflanze gerade für feuchte, nährstoffreiche Böden. Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge, Schwefligen sind Dauergäste an den Blüten.
Auch eine viel genutzte Futterpflanze für zahlreiche Insektenarten wie Schmetterlingsraupen und Käfer.
Die Hohlräume zwischen den Blüten werden übrigens sehr gerne von diversen Insektenarten wie Käfern, Hummeln und Ohrenwürmern als Schlechtwetterquartier genutzt.
Für Wildbienen und Hummeln eine wichtige Trachtpflanze, sehr gut zugängliche Blüten
Bisher wurden etwa 80 ! Verschiedene Wildbienenarten, davon 10 spezialisiert an den Blüten der Kohldistel beobachtet.
Beispielsweise die Gewöhnliche Goldbiene, Rotbeinige Sandbiene, Furchenbienen, Schmalbienen
Auch verschiedene Hummelarten wie die Ackerhummel, Gartenhummel, Erdhummel, Sumpfhummel.
Auch eine hohe Relevanz und regelmäßige Nektar- und Pollennutzung durch Honigbienen
Für Schmetterlinge besonders wertvoll sowohl als Nektarpflanze und Raupenfutterpflanze. Fast 50 Schmetterlingsarten saugen Nektar, von knapp 20 Arten fressen Raupen an der Kohldistel. Häufige Blütengäste sind besonders häufig Zitronenfalter, Tagpfauenauge, Admiral, Distelfalter und Schachbrettfalter. Die wichtigsten Raupenarten: Distelfalter, Schönbär, Flohkrauteule, Gelber Felckleibbär und Kohldistel-Blattmotte Eine fast exzessive Nutzung durch mindestens 45 Schwefliegenarten sowie mindestens 6 Käferarten konnte bisher belegt werden.
Auch eine Vogelpflanze! Die Samen werden von einigen Arten wie Stieglitz, Grünfink, Erlenzeisig und Bluthänfling gerne gefressen.
Überdies sind die hoch-aufrechten Blütenstände hervorragende Beobachtungsblüten für uns Insektenbegeisterte. Bilder gelingen hier besonders gut.
junge Blätter, Sprosse und Blütenknospen essbar, mild und leicht süßlich
Auch die Wurzel ist vielfältig verwertbar!
Drei einfache kulinarische Ideen:
– junge Blätter als Spinatersatz dünsten
– Blütenknospen wie kleine Artischocken kochen
– fein geschnittene junge Triebe als Wildgemüse in Suppe
FürSalat können die relativ großen Blätter mit einer Schere von den zackigen Rändern befreit werden.
Am Blütengrund sitzt ein kleiner Blütenboden der an Artischocken erinnert. Dieser lässt sich kapernartig einlegen oder als Backgemüse zubereiten oder auch einfach roh naschen
In Russland und Sibirien hat die Kohldistel eine lange Tradition als Küchengemüse und einen hohen Stellenwert. Bei uns eher als Notnahrung angesehen, bringt man der sehr gesunden und mild-schmackhaften Pflanzen noch zu wenig Anerkennung entgegen.
In der Volksheilkunde traditionell zur Verdauungsanregung aufgrund der enthaltenen Inhaltsstoffe wie Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe. Auch bei Kopfschmerzen, Gicht und Rheuma. Es können etwa warme Aufgüsse zubereitet werden. Über eine beruhigende Wirkung bei schmerzhaften Krämpfen und Zahnschmerzen wird berichtet.
durch Samen mit Windverbreitung Sind die Samen sind Lichtkeimer und benötigen zur Keimung einen Kältereiz Der Wurzelstock kann bei größeren Exemplaren geteilt werden und bildet mit den Jahren durch kurze Sprosse etwas größere Wurzelscheiben.
Pflegetipps: dauerhaft feuchter Boden, keine Austrocknung, nährstoffreich, wenig Konkurrenz, nicht zurückschneiden vor dem Winter wegen Samen und Überwinterung von Insekten
Wissenswertes oder Skurriles: trotz Zugehörigkeit zu den Disteln nahezu stachellos und eine der wenigen Distelarten, die traditionell als Gemüse genutzt werden und wurden
Wissenswertes: Im Gegensatz zu vielen anderen Distelarten wird die Kohldistel recht gerne vom Vieh gefressen.
Quellenangabe: Wikipedia; NaturaDB; Info Flora; Flora Austria; Enzyklopädie Heimische Wildpflanzen
Hinweis zu medizinischen Inhalten und Wirkungsweisen:
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