Deutscher Name: Trollblume
weitere Namen: Butterkugel, Butterbume, Goldköpfchen
Botanisch: Trollius europaeus
Familie: Hahnenfußgewächse (z.B. Acker-Hahnenfuß, Rittersporn, Adonisröschen, Kuhschelle, Akelei, Wiesenraute)
mehrjährig | heimisch | schwach giftig
Die Europäische Trollblume ist die einzige in Europa heimische Art der Trollblumen. In Asien und Nordamerika insgesamt noch weitere etwa 30 Arten.
Höhe: 20 – 60 cm
Blüte: gelb, je nach Höhenlage ab April/Mai – Juli
Kronblätter sind kugelig zusammengeneigt, nie ganz geöffnet
Nektar/Pollenwert: 2/4 (Höchstwert 4/4)
Samen:
Aussaat: bald nach der Ernte aussäen. Dunkelkeimer. Älteres Saatgut kältebehandeln
Ranunkelgewächse sind ausgesprochene Kühlkeimer
schwach giftige Inhaltsstoffe, wahrscheinlich ein Fraßschutz, ebenso gegen Pilzbefall
Gartenstandort: vollsonnig aber keine heißen Lagen, mindestens frisch bis feuchte Böden. Auch gute, lockere Gartensubstrate wie im Gemüsegarten werden gut vertragen.
In Wiesen funktioniert sie gut in mindesten ein- besser zweimahtigen Wiesen, um nicht zu stark verdrängt zu werden. Der nasse Graben oder feuchte Teichrand in der Sonne ist ihr ebeso sehr zuträglich.
Lebensraum: Die Trollblume wächst bevorzugt in eher nährstoffreichen, feuchten oder sickerfeuchten, dauerfeuchten aber nicht nassen Wiesen, Bach- und sonstigen Gewässerrändern. Im Alpenraum noch auf bewirtschafteten Almen anzutreffen, denn hier hält das Vieh die Flächen frei und düngt gleichzeitig. Vor allem in den gebirgigen, kühlen Regionen fühlt sie sich wohl und steigt dabei bis in Höhen von etwa 3000 Meter auf.
Vorkommen: Mittel-, Westeuropa bis Westsibirien. Vor allem in Mittel- und Nordeuropa.
Inklusive Baltikum, Apennin, Länder des ehemaligen Jugoslawiens. Südlich bis Zentralspanien, Mittelitalien bis ins nördliche Griechenland. Sie bevorzugt dabei kühlere, höhere Lagen, in den warmen Tallagen wird sie seltener.
Deutschland: Mittelgenbirge samt Alpenvorland und Alpen, wenige ostdeutsche Tieflandvorkommen, Nord-Osten Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern
Schweiz: Überall vorkommend ausgenommen zentrales Mittelland und Tessin
Kombination: Frauenmantel – Alchemilla vulgaris, Eisenhut – Aconitum napellus, Bachnelkenwurz – Geum rivulare, Schachbrettblume – Frittilaria, Mädesüß – Filipendula ulmaria, Kleies und großes Pfeifengras – Molinia caerulea und arundinaceae, Rasenschiele – Deschampsia cespitosa, Wieseniris – Iris sibirica, Großer Wiesenknopf – Sanguisorba officinalis, Baldrian – Valeriana officinalis, Sumpfwolchfsmiclh – Euphorbia palustris
Durch die wie eine Kuppel geformten Blütenblätter bildet sich ein kleiner Durchlass, durch den nur kleine Insekten hineingelangen. Etliche Schwebfliegen, Fliegen und Käfer spielen bei der Bstäubung eine wichtige Rolle. Die Insekten laben sich im Inneren sowohl an Pollen als auch an Nektar.
Die Trollblumenfliege aus der Familie der Blütenfliegen, pfelgt eine hochspezialisierte ökologische Beziehung zur Trollblume pflegt. Diese Insekten sind für die Bestäubung der Trollblume von zentraler Bedeutung und stellen ein klassisches Beispiel für Koevolution dar. Erst bei zu vielen Larven leidet die Samenproduktion. Andererseits wird durch die Fliegen die Bestäubung sichergestellt.
Aber auch einige Hummelarten, unsere Bodybuilder unter den Wildbienen zwängen sich durch die Blütenblätter zum Nektar.
Tipps & Wissenswertes:
Die europäische Trollblume ist die einzige Art, die in Europa heimisch ist. Früher war sie noch sehr häufig in Bauerngärten anzutreffen. Weithin blühende Trollblumen-Wiesen sind leider schon sehr selten geworden.
Der Name der Trollblume stammt vom althochdeutschen Wort „troll“ für kugelrund ab. „Troll“ wiederum vom lateinischen Wort „trulleus“ welches für „rundes Gefäß“ stand.
Die schwach giftige Trollblume wird vom Weidevieh gemieden.
Schutz: Die Trollblume ist bundesweit im Bestand gefährdet und steht daher unter Naturschutz. In Österreich ist sie ebenfalls geschützt. Gründe für den Rückgang sind das Auflassen von extensiven Wirtschaftswiesen wie auf Almen oder dazu im Gegensatz die Intensivierung extensiv genutzter Frisch- und Feuchtwiesen sowie deren Trockenlegung.
Tipps: Eine Maht der Wiesen gegen Ende Juni fördert ihre Durchsetzungskraft gegen konkurrierende Gräser und Stauden.
