Deutscher Name: Zürgelbaum, Europäischer Zürgelbaum
Synonyme deutsch: Südlicher Zürgelbaum, Mittelmeer-Zürgelbaum
Botanisch: Celtis australis
Gattung: Zürgelbäume
Familie: Hanfgewächse
Höhe: durchschnittlich von 10 bis 20 Meter
Breite: ca. von 8 bis 15 Meter
Wuchs: mittelgroßer bis großer, sommergrüner Baum mit breiter, rundlicher bis schirmartiger Krone; im Alter ausladend, mit oft malerisch überhängenden Zweigen; graue, im Alter rissige Borke
Eigenschaften: sehr hitze- und trockenheitstolerant, stadtklimafest, windverträglich, insgesamt robust; empfindlich gegenüber starkem Frost in jungen Jahren
Blütezeit: April bis Mai
Blütenfarbe: unscheinbar grünlich bis gelbgrün
Blüte: kleine, unscheinbare Blüten, meist einzeln oder in kleinen Gruppen in den Blattachseln; sie fallen kaum auf und erscheinen mit dem Blattaustrieb
Frucht: rundliche, kirschähnliche Steinfrucht
Reifezeit: September bis Oktober
Blatt: eiförmig bis lanzettlich, rau auf der Oberseite, gesägt, an Ulmenblätter erinnernd
Herbstfarbe: gelb bis goldgelb
Wurzelsystem: kräftiges Herzwurzelsystem mit tiefreichenden Hauptwurzeln
Es werden keine Ausläufer gebildet
Bevorzugter Bodentyp: durchlässige, eher kalkreiche, mäßig trockene bis frische Böden; auch auf armen, steinigen Standorten gedeihend
sonnige, warme Lagen, Waldränder, lichte Wälder, felsige Hänge, urbane Standorte
Natürliches Vorkommen: Südeuropa bis Westasien
Natürliches Verbreitungsgebiet: Mittelmeerraum, Pyrenäen, Balkan, Kleinasien, bis in den Iran
natürlich vorkommend z.B. in Ungarn, Italien, Kroatien, Griechenland, Spanien
Der Zürgelbaum ist zwar in Deutschland und Österreich nicht ursprünglich heimisch, weist aber durch seine geografisch sehr nahe Herkunft und die Anpassung an heiß-trockene Standorte ein hohes Zukunftspotential auf.
Gehölze des gleichen Standortes am Naturstandort: Flaumeiche, Hopfenbuche, Blumen- oder Manna-Esche
als Solitärbaum, Schattenspender, Straßen- und Parkbaum, für größere Gärten und Innenhöfe
Der Zürgelbaum-Schnauzenfalter, ein sich mittlerweile bei uns etablierender. Neuankömmling aus dem Süden für den der Europäische Zürgelbaum ein essenzieller Lebensraum ist. Dieser Schmetterling kommt ursprünglich aus dem Südosten Europas und Nordafrika, auch in den Pyrenäen gibt es ein Vorkommen. Die voranschreitende Klimaerwärmung verschiebt seine Grenzen jedoch ständig weiter nach Norden.
Im Warmen Osten Österreichs, dem pannonischen Raum wurde der Falter mittlerweile mehrmals nachgewiesen. Hohe Sommertemperaturen und Hitzewellen machen ein Überleben in Mitteleuropa bereits möglich. Aus Wien gibt es bereits mehrere Raupenfunde. Und zwar immer dort, wo auch der Zürgelbaum wächst (Quelle: blühendesoesterreich.at)
Die Falter fliegen von Juni bis August, überwintern und erscheinen wieder im Folgejahr von März bis Mai. Sie saugen gerne an feuchten Bodenstellen um Flüssigkeit und Mineralstoffe aufzunehmen. Dabei finden sie sich bisweilen auch in großer Zahl an geeigneten Stellen ein. Die Raupen ernähren sich von den Blättern des Europäischen Zürgelbaums.
Übrigens ist der Zürelbaum-Schnauzenfalter bereits in Ungarn weit verbreitet und gebietsweise häufig. Die ungarische Post gab zu seinen Ehren sogar eine eigene Briefmarke, die den Falter zeigt, heraus.
Wichtiges Vogelnutzgehölz!
Wichtige Nahrungsquelle für Vögel durch die süßen Steinfrüchte; Blätter dienen verschiedenen Insekten als Nahrung; bietet Nistplätze und Schutz durch dichte Krone
Vogelfuttergehölz: über 20 verschiedene Vogelarten z.B. Amsel, Star, Mönchsgrasmücke, Ringeltaube, Eichelhäher
Wildbienenarten: wenige spezialisierte Arten, unter 5 dokumentierte Arten
z.B: Gewöhnliche Sandbiene, Furchenbiene-Arten
Hummelarten: Ackerhummel, Erdhummel
Für Honigbiene und Schmetterlinge aufgrund der mäßigen Nektarabgabe wenig genutzt
Früchte essbar, süßlich, roh oder verarbeitet
In der Regel werden die reifen Früchte verarbeitet
Drei einfache Rezepte: frische Früchte als Snack; Fruchtmus oder Marmelade; getrocknete Früchte als Beimischung zu Müslis
Wertvolle
Inhaltsstoffe: Zucker, Vitamin C, sekundäre Pflanzenstoffe, Mineralstoffe
Anwendungen im gesundheitlichen Bereich: traditionell gelegentliche Nutzung bei Verdauungsbeschwerden aufgrund der gesundheitsrelevanten Inhaltsstoffe wie: antioxidative sekundäre Pflanzenstoffe, Gerbstoffe
durch Samen, Verbreitung vor allem durch Vögel Vermehrung: Dunkelkeimer, Kältereiz fördert die Keimung
Pflegetipps: sonniger Standort, in jungen Jahren Winterschutz in rauen Lagen; schnittverträglich, jedoch meist nicht erforderlich
Wissenswertes: sehr langlebiger Baum, kann mehrere hundert Jahre alt werden
Skurriles: das harte Holz wurde traditionell für Peitschenstiele und Werkzeuggriffe verwendet
Geschichtlich Interessantes: bereits in der Antike im Mittelmeerraum kultiviert und geschätzt
Quellenangabe: Wikipedia; naturaDB; Info Flora; Flora Austria; galasearch; Enzyklopädie Heimische Wildpflanzen
Hinweis zu medizinischen Inhalten und Wirkungsweisen:
Die hier vorgestellten Inhalte geben lediglich einen Überblick über die medizinische Nutzung. Sie stellen keine Empfehlung zur Anwendung dar. Bitte suchen Sie daher immer das Gespräch mit einem Arzt oder Apotheker.
Alle Angaben zu Verwendung, Kulinarik oder vermuteter Heilwirkung gelten ohne Gewähr. Die Angaben dazu haben lediglich informativen Charakter und sollen den Leser keinesfalls zur Selbstmedikation anregen, sondern einen Überblick über den momentanen Wissensstand geben.
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Quellen: Enzyklopädie der Wildobst- und seltenen Obstarten (Helmut Pirc, Leopold Stocker Verlag), Wikipedia
