deutscher Name: Echtes Tausendgüldenkraut
Synonyme: Tausendguldenkraut, Bitterkraut, Fieberkraut, Magenkraut
Botanischer Name: Centaurium erythraea
botanische Synonyme: Centaurium umbellatum, Erythraea centaurium
Gattung: Tausendgüldenkräuter
Familie: Enziangewächse
Wettvolle heimische Bitterpflanze für bewährte Rezepturen aus der Volksheilkunde
mittlerweile sehr selten geworden
benötigt zum Überdauern einen regelmäßigen Bodenumbruch
Höhe: ca. 10–50 cm
Blütezeit: Juni bis September/Juli bis Oktober
Blüte: rosa bis leuchtend purpurrosa, recht kleine, flache, fünfzählige, insgesamt recht wirksame Blüten, weil in locker, ährigen Blütenständen zusammenstehend und gut sichtbar nach oben ragend
Frucht/Samen: kapselartig, spindelförmig mit vielen sehr kleinen Samen
Reifezeit: nach Blüte im Spätsommer/Herbst
Blatt: grundständige Rosette aus verkehrt-eiförmigen bis elliptischen Blättern; stängelständige gegenständige lanzettliche Blätter
ein- bis zweijährige krautige Pflanze, aufrecht, oben ährig verzweigt
Fortbestand: Wichtig für einen dauerhaften Erhalt von Tausenduldenkraut-Populationen ist ein offener Boden, wie er etwa nach dem Umbruch oder Eggen eines Ackerbodens vorliegt. Die Samenkörner brauchen offenen Boden, um zur Keimung zu gelangen. In geschlossenen Vegetatiosdecken erlöschen die Bestände. Bei neuerlichem Umbruch keimen allerdings wieder etliche Pflanzen, ganz ähnlich wie bei Mohn.
mäßig trockene (sommertrockene), sonnige Wiesen, Halbtrockenrasen, Wegböschungen, besonnte Waldlichtungen, Gebüsche, nährstoffärmere Böden aber auch regelmäßig bearbeitete Ackerböden Natürliches Vorkommen: Europa, nördliches Afrika, westliches Asien Das Tausenguldenkraut ist in Mitteleuropa heimisch und tritt dabei in vielen Ländern auf. Beispielsweise Österreich, Deutschland, Schweiz, Tschechien, Italien und Frankreich
Besonders in dynamischen Naturgärten und auf sehr mageren, offenen Bodentypen bleibt es bestehen. Kräutergarten und Heilpflanzensammlung,
passende Stauden als auch ein- und zweijährige als passende Begleitung:
Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Natternkopf (Echium vulgare), Königskerzenarten (Verbascum), Kuhschelle (Pulsatilla), Margerite (Leucanthemum vulgare), Kornrade (Agrostemma githago), Wermut (Artemisia absinthium)
Viele Insektenarten werden angelockt wie etwa Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Schwebfliegen, Fliegen und etliche Käfer.
Mehrere Wildbienenarten (Sandbiene, Mauerbiene, Holzbiene) inkl. Hummelarten wie Erdhummel, Ackerhummel und Gartenhummel wurden Pollen und Nektar sammelnd an den Blüten beobachtet.
Natürlich profitieren auch unsere Honigbienen
Für etliche Tag- und Nachtfalter eine Nektarquelle
traditionell verwendete Heilpflanze der europäischen Volks- und Klostermedizin, besonders als klassisches Bitterkraut; eingesetzt bei Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Völlegefühl, Blähungen, träger Magen-Darm-Tätigkeit, zur Anregung von Galle und Leberfunktion, unterstützend bei Rekonvaleszenz; äußerlich früher bei schlecht heilenden Wunden, heute kaum noch gebräuchlich; heute v. a. Bestandteil von Bittertees, Bittertropfen und Magen-Darm-Teemischungen
Bitterstoff-Secoiridoidglykoside (v. a. Swertiamarin, Gentiopikrosid, Swerosid) → stark appetitanregend und verdauungsfördernd; Flavonoide → antioxidativ; Phenolcarbonsäuren → leicht entzündungshemmend; geringe Mengen ätherischer Stoffe (Enzyklopädie Heimische Wildpflanzen)
getrocknetes blühendes Kraut kurz vor oder während der Blüte gesammelt; 1 TL auf eine Tasse heiß aufgießen, 7 – 10 (15) Minuten ziehen lassen. Einnahme 15–30 Minuten VOR dem Essen zur Anregung der Magensäure- und Gallensekretion (Enzyklopädie Heimische Wildpflanzen)
Tausendgüldenkraut-Kaltauszug: 1 TL getrocknetes, fein geschnittenes Kraut 250 ml kaltes Wasser Zubereitung: kalt ansetzen, 6–8 Stunden ziehen lassen, dann abseihen (Kaltauszug mindert extreme Bitterkeit); Dosierung: 1 Tasse täglich, langsam schluckweise trinken; Hinweis: nicht länger als 2–3 Wochen anwenden
traditionell als sogenanntes „Amarum“, regt den gesamten Stoffwechsel an, fördert Nährstoffaufnahme und allgemeine Kräftigung (Enzyklopädie Heimische Wildpflanzen)
Einfacher Bitterwein (Hausmittel): 20 g getrocknetes Tausendgüldenkraut 500 ml trockener Weißwein Zubereitung: Kraut in Wein ansetzen, 7–10 Tage dunkel ziehen lassen, täglich kurz schütteln, danach abseihen; Dosierung: 1 kleines Likörglas (ca. 20 ml) vor den Mahlzeiten; traditionell genutzt bei Appetitmangel und träger Verdauung
Wichtige Hinweise und Einschränkungen: wegen der starken Bitterstoffe nicht anwenden bei Magengeschwüren, akuter Gastritis oder in der Schwangerschaft; NICHT dauerhaft einnehmen; ist mehr ein Medikament, kein Genussmittel. Dosierung eher niedrig halten (Enzyklopädie Heimische Wildpflanzen)
Natürliche Ausbreitung (z.B. durch Samen oder Ausläufer): Verbreitung durch Samen
Aussaathinweise: Lichtkeimer
Wissenswertes: Der Name „Tausendgüldenkraut“ leitet sich vom hohen Wert der Heilpflanze (Gulden) ab; historisch wurde sie seit der Antike genutzt und schon von griechischen Ärzten beschrieben
Quellenangabe: Wikipedia; InfoFlora; BurgenlandFlora; Heilpflanzenportale; NHS UK; RHS; HoneybeeSuite, Enzyklopädie Heimische Wildpflanzen
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