Unsere heimischen Singvögel finden in unseren vielfach ausgeräumten „gepflegten“ Landschaften UND Gärten kaum noch geeignete natürliche Lebensräume oder Nistmöglichkeiten.
Das Rotkehlchen meidet vegetationslose Flächen. Es fliegt meist dicht über dem Boden von einem Versteck direkt dem nächsten entgegen. Gärten mit einem guten Maß an bodennahen Versteckmöglichkeiten und wilden Ecken oder Bereichen werden deshalb sehr gerne angenommen.
Bedornte, stechende und dichte Gehölze, wie Berberitze, Weißdorn, Weinrose oder Himbeergestrüppe schützen überdies gut vor Katzen oder anderen jagenden Tieren.
Solche Sicherheitszonen erleichtern es Rotkehlchen sehr, im Garten aktiv auf Jagd nach Insekten und anderen wirbellosen Tieren zu gehen sowie an geeignete Futterstellen heranzufliegen. Vom Simmer bis zum Wiunter verzehren Rotkehlchen auch diverse Beeren oder Früchte unserer heimischen Sträucher wie z.B. vom Pfaffenkäppchen, Echten Schneeball, Zitronenfalterbaum (Faulbaum) und vom Hartriegel.
Nistkästen dürfen innen nicht zu klein gefertigt werden. Wenn die Nestlinge vom Altvogel gefüttert werden und dieser aus Platzmangel auf den Jungvögeln sitzen muss, kann das bei nassem Wetter für die Jungvögel problematisch werden, weil sie durch das nasse Gefieder der Elternvögel durchnässen und dann frieren.
Als Mindestmaß für den Innenboden geht man von 13 x 13 cm aus. Stare und Kleiber benötigen einen deutlich größeren Innenraum.
Jeder Nistkasten ist ein Unikat – Holz ist ein natürliches Material
Die Rotkehlchen-Nistkästen werden natürlcih belassen und nicht behandelt. Das Holz ist sägerau.
Unsere Nistkästen fertigen wir aus massivem Lärchenholz. Dieses wird nur genagelt oder verschraubt aber keinesfalls geleimt.
Trotzdem verändert sich jedes Holz, welches der Witterung ausgesetzt ist.
Es „arbeitet“, das heißt durch schwankende Feuchtigkeit und Temperatur schwindet und quillt es. Dies kann mit der Zeit zu Rissbildungen oder auch zu Wölbungen (oder Werfungen) führen. Unter geschützten Bedingungen und richtig montiert sind unsere Nistkästen aber besonders haltbar. Ständiger Wechsel zwischen nass und trocken setzt die Lebensdauer herab. Unter geschützten Bedingungen kann man davon ausgehen, dass diese Nistkästen viele Jahre oder sogar weit mehr als 10 Jahre halten können.
Die Farbe verändert sich mit der Zeit. Umso stärker und schneller, je mehr die Nistkästen der Witterung ausgesetzt sind. Unsere Meinung ist, dass ein Nistkasten erst richtig schön wird, wenn man ihm ein gewisses Alter ansieht.
Unsere Rotkehlchen-Halbhöhle mit den zwei ovalen Einflugslöchern sollte bodennah, z.B. an Schuppen, an Baumstämmen, an Mauern, an Gartenhäuschen etc. angebracht werden. Ganz ideal ist ein gewisses Maß an Unterwuchs oder dornigem Gestrüpp im unmittelbarem Nahebereich der Nisthilfen. Denn durch die niedrige Aufhängung sind Rotkehlchenbruten (wie auch die des Zaunkönigs) stärker durch jagende Katzen und Marder als alle anderen Brutvögel gefährdet. Insofern sollten die Nisthilfen einerseits optisch kaum zu sehen sein, andererseits der direkte Zugriff vor allem für Katzen nicht möglich sein.
Die Nisthilfen werden in niedriger Höhe etwa 1 – 1,5 Meter über Boden angebracht.
Grundsätzlich sind Rotkehlchen sehr territoriale Vögel und dulden in ihrem Brutrevier keine „Konkurrenz“ der eigenen Art. Diese Reviere werden auch mit Vehemenz gegen Artgenossen verteidigt. Bei zu knappem Raumangebot oder zu vielen Nistkästen kommt es nicht nur innerhalb der gleichen Art zu Konkurrenzkämpfen.
Deshalb bitte diese Nistkästentypen nur mit großem Abstand untereinander anbringen.
Stare, Schwalben und Spatzen sind gesellige Brüter. Sie geben sich mit ihrem unmittelbaren Nestbereich zufrieden. Diesen Vogelarten können Nisthilfen in größerer Zahl in geringem Abstand zueinander angeboten werden.
Bereits montierte Nistkästen bleiben über viele Jahre hängen. Daher ist der tatsächliche Montagezeitpunkt weniger wichtig als das Vorhandensein dieser.
Neue Kästen können schon im Herbst oder Winter montiert werden, denn viele Vogelarten inspizieren und untersuchen die für sie interessanten Nistkästen bereits lange vor dem Einzug.
Bei Zugvögeln wie Gartenrotschwanz und Trauerschnäpper kann man auch anders vorgehen. Diese kehren ja erst im späteren Frühjahr heim und Meisen und Spatzen haben längst alle Kästen belegt.
Damit auch sie noch leere Kästen vorfinden, kann man entweder recht spät noch Kästen aufhängen oder einfach einige geeignete Kästen mit einem Korken solange verschlossen halten.
Bei Ankunft dieser Vogelarten wird der Korken einfach entfernt und der Kasten steht zur Verfügung.
Fast alle Vogelarten räumen vorhandene, alte Nester nicht weg (Ausnahme Star), sondern bauen das nächste Nest auf das bereits vorhandene Nest.
Dies führt dazu, dass Nistkästen bald bis oben hin voll und somit unbewohn- und unbeziehbar werden.
Überdies leben in den alten Nestern Heerscharen von Parasiten wie Milben, Flöhe, Läuse etc.
Jungvögel sind daher mitunter besonders geplagt von diesen kleinen Blutsaugern, was zur Schwächung oder zum Tod von Jungvögeln führen kann.
Daher sollten Nistkästen regelmäßig gereinigt werden.
Wann reinigt man Nistkästen?
Ein guter Zeitpunkt zur Reinigung ist ab Mitte August is etwa Ende September.
Die Brutzeit ist bereits beendet und nach Überwinterungsquartieren suchende Hummel- oder Hornissenköniginnen sind meistens noch nicht unterwegs.
Bei Fledermausbesatz den Deckel umgehend wieder vorsichtig schließen.
Übersieht man den Herbst zum Reinigen, kann man also auch ohne weiteres das alte Nest bis zum Frühjahr belassen. Im Frühjahr dann vorsichtig Nachschau halten, damit man keine etwaigen Überwinterer stört.
Übrigens nehmen Baumhummeln gelegentlich Nistkästen an um darin einen Staat zu bilden. Dies passiert natürlich nur beim Vorhandensein von Nistmaterial. In so einem Falle erfreut man sich des Hummelstaates im Nistkasten und reinigt erst nach der Hummelsaison im Herbst.
Wie reinigt man Nistkästen?
Bevor man loslegt, empfehlen wir mit einem Stock oder ähnlichem aus sicherer Distanz an den Kasten zu klopfen. So ist man vorbereitet, sollten sich noch Hummeln, Wespen oder Hornissen im Kasten befinden. Diese belästigt man natürlich nicht weiter und verschiebt die Reinigung auf einen späteren Zeitpunkt, bis es ruhig geworden ist im Kasten (alle Staaten von Hummeln, Wespen und Hornissen sterben bis zu den ersten Herbstfrösten ab). Handschuhe und lange Ärmel schaden beim Ausräumen nicht, falls Flöhe lauern.
Übrigens ist man durch das Abklopfen mit dem Stock bereits etliche Flöhe los, denn diese lauern gerne direkt am Ausflugsloch und reagieren auf Erschütterung mit Absprung.
Nach erfolgter Klopfkontrolle kann der Kasten geöffnet und gesäubert werden. Einfach das alte Nistmaterial herausnehmen und kompostieren.
Das Kasteninnere mit einer Bürste oder einem Handbesen ausbürsten. Das reicht in den allermeisten Fällen.
Bei starkem Parasitenbefall kann der Kasten mit heißem Wasser ausgeschwemmt werden oder man brennt das Innere mit einem Bunsenbrenner rasch aus. Ausbrennen darf nur unter größer Vorsicht geschehen, damit nicht der ganze Kasten oder noch schlimmer nahe Gebäude in Brand gesetzt werden.





