Deutscher Name: Pfauenaugen-Narzisse, Dichter-Narzisse, Alte Pfauenaugen-Narzisse
Botanisch: Narcissus poeticus ‚Recurvus’
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Die auffällige Kombination aus weißer Blüte, gelber Mitte und rötlichem Rand erinnert an ein Pfauenauge. Daher auch die Bezeichnung Pfauenaugen-Narzisse
Höhe: ca. 25–35 cm
Blüte: Einzelblüte weiß mit leicht zurückgebogenen Blütenblättern; kleine, flache gelbe Nebenkrone mit auffälligem rotem Rand und grünlichem Zentrum. Die Blüten sind etwa 4–5 cm groß und wirken durch die Kombination aus reinem Weiß und der rot umrandeten Krone besonders markant.
Obwohl die Nebenkrone relativ klein ist, lenkt ihr kontrastreicher Rand die Aufmerksamkeit stark auf die Blütenmitte. Dadurch entsteht der Eindruck eines besonders auffälligen „Zentrums“.
Blatt: Schmal, riemen- bis linealförmig, gerillt bzw. leicht kanalisiert, graugrün bis blaugrün. Das Laub erscheint zusammen mit bzw. vor der Blüte und zieht nach der Blüte im Frühsommer allmählich ein. UNBEDINGT EINZIEHEN LASSEN!
Blütezeit: April–Mai, häufig eher im Mai. ‘Recurvus’ gehört zu den später blühenden Narzissen und blüht deutlich nach vielen bekannten Gartennarzissen. Unter kühleren Bedingungen kann sich die Blüte noch weiter verschieben.
Duft: stark und intensiv duftend ausgesprochen angenehm, süß und charakteristisch. Narcissus poeticus zählt zu den stark duftenden Narzissen und wurde sogar für die Parfümindustrie genutzt. Bei größeren Beständen wird der Duft deutlich wahrnehmbar.
Die stark duftende Blüten mit guter Pollen- und Nekatrabgabe ziehen verschiedenste Insektenarten an. Besonders langrüsseligen Insekten wie Hummeln und Schmetterlinge gelangen gut an den abgesonderten Nektar.
Diverse Hummelarten wie die Erdhummel, die Steinhummel, die Ackerhummel, die Gartenhummel, die Wiesenhummel und die Feldhummel besuchen Dichternarzissen.
Honigbiene besuchen die Blüten gelegentlich, aber langrüsselige Insekten wie Hummeln sind an diesen Blütentyp besser angepasst. Die Bedeutung für die Honigbiene ist daher eher gering.
Für Schmetterlinge ist die Pfauenaugen-Narzisse interessanter als für Honigbienen oder kurzrüsselige Wildbienen. Die stark duftenden Blüten und die Form der Blütenröhre passen besonders zu langrüsseligen Schmetterlingen. Narcissus poeticus wird deshalb als für Nachtfalter geeignete Blütenpflanze beschrieben. Auch das Taubenschwänzchen fliegt die Blüten an. Aufgrund seines langen Rüssels kann es den Nektar aus der Blütenröhre erreichen. Darüber hinaus nutzen weitere langrüsselige Schmetterlinge wie die großteils nachtaktiven Schwärmer die Blüten.
Daneben besuchen Schwebfliegen, andere Fliegen und verschiedene Käfer die Blüten. Als Beispiel kann die Mistbiene, eine große Schwebfliege genannt werden. Bei Narzissen treten außerdem verschiedene Narzissenfliegen auf. Dazu gehören die Große Narzissenfliege (Merodon equestris), Eumerus tuberculatus und Eumerus strigatus. Ihre Larven leben beziehungsweise entwickeln sich in den Zwiebeln und können diese bei größeren Beständen auch in Mitleidenschaft ziehen.
Langlebig und mehrjährig. Bei geeignetem Standort kann ‘Recurvus’ viele Jahre am selben Platz wachsen. Für dauerhafte Pflanzungen sehr gut geeignet.
Die Verwilderungsfähigkeit von Dichternarzissen ist sehr gut
‘Recurvus’ eignet sich ausgesprochen gut für eine naturhafte Verwilderung = Selbstständige Ausbreitungstendenz. An geeigneten Standorten können sich die Zwiebeln vermehren und mit der Zeit größere Bestände bilden, die sich auch verdichten. Besonders natürlich in Wiesen, unter lichten Obstbäumen, dabei in größeren Gruppen.
Bergwiesen, Wiesen und Weiden sowie sonnige bis lichte, eher frische Standorte. Die Art kommt natürlicherweise auch in montanen Regionen vor. Sie bevorzugt ausreichend mit Wasser versorgte Böden während der Wachstumszeit, kann nach der Blüte und im Sommer aber auch mit trockeneren Bedingungen zurechtkommen. Sonne bis leichter Halbschatten sind geeignet.
Süd- und Mitteleuropa, mit Vorkommen unter anderem von Spanien und Frankreich über die Schweiz und Österreich bis nach Slowenien, Kroatien, Albanien und Griechenland; die Gesamtverbreitung reicht weiter in Richtung Balkan und Ukraine.
Schon lange in weiten Teilen Europas kultiviert und teilweise eingebürgert. Narcissus poeticus ist unter anderem in Deutschland, Belgien, Tschechien, Großbritannien, der Türkei und weiteren Regionen verwildert bzw. naturalisiert anzutreffen. In Deutschland bestehen eingebürgerte Vorkommen insbesondere in Mittelgebirgsregionen; einzelne Vorkommen am Bodensee und im Hochschwarzwald könnten urwüchsig sein.
Nährstoffreicher bis mäßig nährstoffreicher, humoser, lehmiger und gut wasserversorgter, aber nicht staunasser Boden. Ein im Frühling frisch bis feuchter, gut drainierter Boden ist ideal. Neutrale, leicht saure oder leicht kalkhaltige Böden passen gut. Staunässe muss vermieden werden.
Im Herbst pflanzen, idealerweise etwa September bis November. Die Zwiebeln etwa 1,5- bis 2-mal so tief wie die Zwiebel selbst hoch ist setzen. Für eine natürliche Wirkung besser in Gruppen oder größeren Stückzahlen pflanzen. Sonniger bis leicht halbschattiger Standort; der Boden sollte während der Wachstumszeit ausreichend Feuchtigkeit bieten, aber gut drainiert sein. Dies schließt staunasse, sehr schwere Böden und stark durchlässige, tendenziell trockene Böden für diese Art aus. Sie gedeiht auf diesen Böden nicht oder verschwindet rasch wieder.
Das Laub nach der Blüte vollständig stehen lassen, bis es von selbst vergilbt und einzieht. Das Laub darf nicht unmittelbar nach der Blüte abgeschnitten werden, da die Zwiebel daraus Reservestoffe für das kommende Jahr gewinnt. Nach dem Einziehen kann der Standort deutlich trockener sein. Bei zu dichten Beständen können die Tochterzwiebeln nach dem Einziehen im Frühsommer aufgenommen und geteilt werden.
Narzissen enthalten giftige Alkaloide. Besonders die Zwiebel hat hohe Konzentrationen. Diese Giftigkeit ist ein Fraßschutz vor Tieren. Narzissenzwiebeln daher niemals mit essbaren Zwiebeln verwechseln!!!
Übrigens können Narzissen Schnittblumen „schädigen“ Ein interessantes Phänomen betrifft die Verwendung als Schnittblume: Narzissen geben aus ihren angeschnittenen Stängeln Schleimstoffe ab, die andere Schnittblumen in einer gemeinsamen Vase schädigen können. Deshalb werden Narzissen häufig zunächst separat gewässert oder nicht zusammen mit empfindlichen anderen Schnittblumen arrangiert.
Quellenangabe:
NaturaDB, Kew, Plants of the World Online, American Journal of Botany,
Natur im Garten Österreich, Wikipedia


