Deutscher Name: Großer Wiesenknöterich
Synonyme: Schlangenknöterich, Schlangen-Knöterich
Botanischer Name: Bistorta officinalis
Synonyme botanisch: Bistorta major, Polygonum bistorta
Gattung: Wiesenknöteriche
Familie: Knöterichgewächse
Höhe: ca. 30–60 (80+) cm
Blütezeit: Mai bis Juli
Blütenbeschreibung: unverwechselbare, auffällige, dichte, aufrechte, rosafarbene bis hellrote
Ähren mit vielen kleinen Einzelblüten. An Flaschenputzer erinnernd
Frucht/Samen: dreikantige Nussfrucht
Reifezeit: Juli bis August
Blatt: grundständige, lang gestielte, glänzende, eiförmig-lanzettliche Blätter,
oben dunkelgrün, unten heller
Wuchs: sehr ausdauernd, horstbildende Staude mit Expansionstendenzen
Wurzel: kräftiges, schlangenförmig gedrehtes Rhizom, mit dem sich der
Knöterich auf zusagenden Böden langsam ausbreitet
feuchte Wiesen, Bachufer, Moorwiesen, Ufer, lichte Auen; sonnig bis halbschattig, frisch bis nass, nährstoffreich und kalkarm, bei sommerlicher anhaltender Trockenheit und Hitze ziehen die Blätter früh ein
Natürliches Vorkommen: Europa und gemäßigte Zonen Asiens Die Pflanze ist in Mitteleuropa heimisch Mitteleuropäische Länder mit Vorkommen: Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen, Tschechien. In Deutschland vor allem im südlichen Bergland, steigt in den Alpen bis etwa 2000 Meter auf.
Einst weit verbreitet und wohlbekannt ist der Schlangenknöterich mittlerweile durch Übernutzung, Überdüngung oder Dränagierung landwirtschaftlicher Flächen stark im Rückgang. Auch häufiges Mähen aber ebenso eine Aufgabe der Nutzung und anschließendes Verbuschen von geeigneten Lebensräume mindern seine Bestände.
Die Art ist in Deutschland regional als „gefährdet“ oder sogar „stark gefährdet“ eingestuft. Dies betrifft vor allem das Norddeutsche Tiefland. Aber auch in mittleren und höheren Lagen der Mittelgebirge ist eine rückläufige Tendenz festzustellen, in den südlichen Bundesländern bisher ohne Gefährdungseinstufung.
feuchte Stellen wie Senken, Gräben oder Teichränder, auch in frischen Blumenwiesen – vor allem solche Wiesen, die im Frühjahr lange feucht oder nass sind etwa durch Schneeschmelze
Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria), Sibirische Iris – (Iris sibirica), Sumpfdotterblume (Caltha palustris), Trollblume (Trollius europaeus), Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum), Blutweiderich (Lythrum salicaria), Kuckuckslichtnelke (Lychnis flos-cuculi)
Am Naturstandort gerne vergesellschaftet mit dem streng geschütztem Breitblättrigen Knabenkraut.
Feuchte Wiesengesellschaften zeichnen sich überraschenderweise nicht selten durch eine hohe Artenvielfalt und ein langes Blühspektrum aus.
Für zahlreiche Insektenarten als gute Nektar- und Pollenquelle von Bedeutung (hohe Nektar- und mittlere Pollenwerte). Die Pollenhöschen erscheinen nach Besuch grau!
Stark gefährdete Schmetterlinge brauchen diesen Knöterich.
Der Schlangenwiesenknöterich stellt die wichtigste Raupennahrungspflanze für einen der seltensten Schmetterlinge Deutschlands dar, den Blauschillernden Feuerfalter (Lycaena helle).
Immerhin 13 Raupenarten nutzen den Knöterich, einige davon stark gefährdet wie der Randring-Perlmuttfalter oder der Blauschillernde Feuerfalter. Auch von Kleinem Nachpfauenauge und Brombeerspinner wird die Pflanze als Raupenfutterpflanze gelegentlich genutzt.
Finken, Ammern und Sperlinge nutzen gelegentlich die feinen Samen
die jungen Blätter sind essbar, mild, stärkereich und haben einen angenehmen, leicht säuerlichen Geschmack
Einfache Küchenempfehlung: Schlangenknöterich-Spinat mit Kartoffeln,
In der Rhön werden junge Blättern wie Spinat verwendet
Die Blätter und Stängel sollen bei der Ente noch weich sein, vom Geschmack an Blattsalat erinnernd.
Für Salat ernten wir regelmäßig die jungen, hellen noch sehr weichen Blätter – wie einen grünen Salat abmachen.
Köstliche Grundlage für Salate, Spinate, Gemüsepürees, Gemüsefüllungen, und Hackkräutermischungen
Kraut und der Wurzelstock enthalten Eiweiß, Gerbstoffe, Vitamin C, Zucker, Stärke und insbesondere der Wurzelstock enthält größere Mengen an Gerbstoffe. Dies macht ih bei Krankheiten des Magen- Darmtrakts wie Durchfall, Katarrhe aber auch bei Blutungen und zur Wundheilung prädestiniert. Zur allgemeinen Stärkung und zur Verdauungsförderung wird ein Tee bereitet. Mit einem Absurd können äußere Waschungen und Spülungen der Mundhöhle bei Zahnproblemen vorgenommen werden. Etwa Mundfäule, lockere Zähne, Mundgeruch… Der Name „officinalis“ weist auf ein frühe Verwendung als Heilpflanze hin.
Wissenswertes: das gedrehte Rhizom erinnert an eine Schlange, daher der deutsche Name Die Pflanze wird interessanterweise vom Weidevieh gemieden, ist aber als gemähtes Grünfutter wertvoll.
Übrigens: In der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae) ist der Schlangenknöterich neben dem alpinen Knöllchenwiesenknöterich die einzige Art der Gattung Bistorta.
Vermehrung: Natürliche Ausbreitung (z.B. durch Samen oder Ausläufer): durch Samen und ein langsam, aber stetig kriechendes Rhizom
Aussaathinweise: Lichtkeimer, Kältekeimer
Quellen: wikipedia, naturadb, Nabu Deutschland, Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen im AT-Verlag
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