Deutscher Name: Netzblatt-Iris, Zwerg-Iris ’J.S. Dijt’
Botanisch: Iris reticulata ‘J.S. Dijt’
Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
ein ausgesprochen entzückender, duftender und früher Frühjahrsblüher
von der eigentlichen Wildform wenig abweichende Selektion
Auf durchlässigen, eher trockenen Standorten sehr dauerhaft
da es sich um eine Selektion aus der ursprünglichen Wildform handelt, sind die Eigenschaften noch ursprünglich und züchterisch kaum verändert. Der Wert für unsere Tierwelt dürfte somit nicht eingeschränkt sein.
Höhe: 10–15 cm
Blüte: intensiv dunkel purpurviolett bis rotviolett, mit auffälliger goldgelber Zeichnung/Signalzone; die Hängeblätter zeigen zusätzlich helle bis bläuliche Zeichnungen.
Die Blüten sind für die geringe Pflanzenhöhe relativ groß, etwa bis 8 cm. Blüte insgesamt sehr nahe an der Wildform
Blatt: Das Laub erscheint zur bzw. nach der Blüte, wächst anschließend noch weiter und zieht im späten Frühjahr/Frühsommer vollständig ein. Die Pflanze überdauert die sehr trockene Sommerperiode unbeschadet als Zwiebel.
Während der sommerlichen Ruhephase trocken. Bewässerte Bereiche funktionieren nicht. Auch keinesfalls nass oder feucht halten.
Die Zwiebel der Netzblatt-Iris sind von einem charakteristischen netzartigen Fasergewebe umgeben.
Blütezeit: Februar–März, je nach Witterung teilweise bis Anfang April.
Duft: duftend. süßlich, angenehm, deutlich wahrnehmbar duftend.
Nektar/Pollenwert: N2 / P2
Lebensdauer: mehrjährige Zwiebelstaude, kann bei geeignetem Standort Tochterzwiebeln bilden
Verwilderungsfähigkeit dieser alten Sorte: unter passenden Bedingungen ist eine weitere Ausbreitung durch Selbstaussaat und Brutzwiebel im Garten möglich.
Besonders geeignet sind sonnige, trockene Rasenbereiche, Steingärten und andere gut drainierte Standorte. Allerdings ist die Art nicht dafür bekannt, sich überall dauerhaft stark auszubreiten; Für eine stabile Verwilderung sind deshalb trockener Sommerboden und gute Drainage entscheidend
Idealer Boden: Sehr gut durchlässig, eher mineralisch, sandig-kiesig bzw. skelettreich; neutral bis schwach alkalisch/basenreich. Im Frühjahr frisch, aber keinesfalls staunass; nach dem Einziehen des Laubes im Sommer möglichst trocken.
Natürlicher Lebensraum, Standort: Gebirgsregionen, Almmatten, Felshänge sowie lichte Ränder von Bergwäldern und Gebüschen; sonnig bis licht halbschattig. Die natürlichen Böden sind meist kalk- bzw. skelettreich, nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich und im Sommer trocken.
Ursprüngliches Vorkommen der Wildform: Kleinasien und Vorderasien, insbesondere Türkei und Kaukasusraum, weiter über Iran und Irak bis in Gebiete Richtung Kaschmir. Je nach Region kommt sie von tieferen Lagen bis in Gebirgslagen von fast 3.000 m vor.
Heute als Kulturpflanze weit verbreitet
Vor allem als sehr früher Nahrungsanbieter für frühe Wildbienen, Hummeln, Honigbienen, Hummelschweber und andere früh fliegende Bestäuber interessant. Die frühe Blüte im Februar/März fällt in eine Zeit mit noch relativ geringem Blütenangebot.
Setzhinweise: Im Herbst, vorzugsweise September bis November, pflanzen. Etwa 7–10 cm tief bzw. ungefähr drei- bis viermal so tief wie die Zwiebel hoch ist. Sonnigen, warmen und gut drainierten Platz wählen.
Besonders gut wirkungsvoll sind kleine Gruppen von mindestens 7 – 15 Zwiebeln;
Züchter und Namensgeber dieser alten Sorte war der Niederländer Jacob Sijbrand Dijt (kurz J. S. Dijt; 1864 – 1942) von der Westfriesischen Insel Texel stammend. Bereits 1938 kam die Sorte in den Handel und zählt bis heute zu den wenigen Sorten, die über Hundert Jahre im Umlauf sind und dabei ganz nahe an der Wildform sind. Die Iris erhielt später auch wichtige gärtnerische Auszeichnungen. Ob Jacob wohl damit gerechnet hat, dass seine Selektion einer kleinen Wilden Iris nach mittlerweile gut 80 Jahren noch immer eine Bereicherung unserer Gärten sein würde?

