Deutscher Name: Schnee-Marbel, Schnee-Hainsimse, Hummel-Marbel
Botanisch: Luzula nivea
Familie: Binsengewächse
mehrjährig | heimisches „Waldgras“ | schneeweiße Blüte
Höhe: 40 – 50 cm
Blütezeit: Ende Mai-August
Blüte: dichte Blütenbüschel auf dünnen, aufrechten Stielen, gute Wirksamkeit. Die Blüten sehen wie kleine Sternchen aus, von einem auffallend hellem Schneeweiß, vor allem bei dunklem Hintergrund leuchtend, später verbraunen die Blütenstände
Frucht/Samen: bräunliche, recht unauffällige Samenstände; gute Aussaat, aber nicht lästig.
Blatt: winter-immergrün, am Rande reizend hell bewimpert. Diese feinen Härchen sind ein schönes Erkennungsmerkmal. Bei Gegenlicht wirken die Blätter dadurch fast silbrig.
Wuchs: horstartig, mit den Jahren kleine Kolonien bildend
Die Schneemarbel ist eine typische Art europäischer Bergwälder und zugleich eine unserer elegantesten, weißblühenden Pflanzen für den halbschattigen bis schattige Standorte.
Obwohl die Schneemarbel wie ein Gras wirkt, gehört sie zur Familie der Binsengewächse, die viele von uns aus dem Teich als dankbare Sumpfpflanzen kennen.
Sie sieht aus wie ein Gras, ist eine Binse und lässt sich von Insekten bestäuben! Unsere Schneemarbel wartet also mit vielen botanischen Eigenheiten auf.
Ihre übrigen Verwandten aus der Gruppe der Hainsimsen haben eher bräunliche oder unscheinbare Blütenstände. Doch die Schneemarbel bildet mit ihren lockere Rispen mit auffallend reinweißen Blüten eine markante Ausnhame.
Um ihre Kundschaft, Hummeln und Schwebfliegen gut anzulocken, wird eine auffällige Blüte zur Schau gestellt.
Daher stammt auch der Artname nivea – lateinisch für „schneeweiß“.
Verwendung im Garten: Viele Blütenpflanzen benötigen viel Sonne. Die Schneeweiße Hainsimse gedeiht UND blüht auch im Halbschatten und sogar im trockenen Schatten unter Bäumen – ein Bereich, in dem viele Gartenpflanzen Schwierigkeiten haben.
Zur Unterpflanzung und Begleitung von Hecken und Gehölzen. Aber auch in feuchteren Wiesensituationen passend. Vom Wuchs her nicht aggressives, verträgt es sich auch langfristig gut mit anderen Stauden. Das Gras verträgt auch den Wurzeldruck größerer Bäume, bleibt dort insgesamt kleiner. Sehr stark durchwurzelten Bereiche können eher durch spätere Aussaat als durch die Bepflanzung erfolgreich besiedelt werden. Übrigens auch im absonnigen Kübel schön
Vorkommen: In den europäischen Gebirgen von den Pyrenäen bis zu den Alpen in nährstoff- und kalkarmen, mehr oder weniger frischen Bergwäldern. In Deutschland beschränkt sich das natürliche Vorkommen noch auf die bayerischen Alpen.
Lebensraum, Standort: Bevorzugt werden halbschattige bis licht schattige Lagen, etwa in lichten Wäldern.
Boden: frisch, eher nährstoff- und kalkmeidend, auch stark sauer aber insgesamt nicht wählerisch. Ideal sind modrig-humose Waldböden. Leidet aber bei langen Trockenperioden. Luftfeuchte Lagen werden geschätzt.
Hummelpflanze!!!
Die Schneemarbel ist die große Ausnahme unter den Gräsern. Denn ihre Blüten werden auch von Insekten bestäubt. Deshalb die auffallend leuchtend weißen Blütenstände. Vor allem sammeln Hummeln und Schwebfliegen den Blütenstaub bzw. Pollen. Die einzelnen Blütenstaubkörnchen werden durch sogenannten Pollenkit zusammen gehalten. Dieser Pollenkit ist eine lohnende Nahrungsquelle für Hummeln und Schwebfliegen
Deshalb sollte man sie umtaufen in Hummel-Marbel, wär doch ein schöner Name.
Als immergrüne Pflanze bietet sie außerdem vielen Insekten und ähnlichen Tierarten (Spinnen, Schnecken) einen guten Überwinterungs- und Versteckplatz.
Maiglöckchen, Farne (z.B. Wurmfarn), Kleines und Großes Pfeifengras, Salomonsiegel, Sterndolde, Nesselblättrige Glockenblume, Sternmiere, Goldnessel (Lamium galeobdolon), Waldmeister, Waldvergißmeinicht, Waldziest, Klebriger Salbei, Wolliger Hahnenfuß, Waldgeißbart
Wissenswertes & Skurriles:
Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Art für ihre weißen Blütenstände, die auch nach dem Trocknen dekorativ bleiben, geschätzt. Noch heute wird sie gelegentlich für Trockenfloristik verwendet.
Der deutsche Name „Hainsimse“ verweist auf ihren typischen Lebensraum: den „Hain“, also lichte Waldgebiete. Dort bildet sie lockere Horste, die über kurze Rhizome langsam größer werden, ohne aggressiv zu wuchern.
Wenn die weißen Blütenrispen im Wald von Sonnenstrahlen getroffen werden, scheinen sie regelrecht zu schweben. Gartenautoren beschreiben die Pflanze deshalb oft als „schimmernd“ oder „leuchtend“ im Schatten.
Die Samen werden durch Ameisen ausgebreitet. An den Samen haftet nämlich ein Elaiosom, eine Art fetthältiges Anhängsel. Dieses stellt einen Leckerbissen für die Ameisen dar. Da die Samen in großer Zahl gleichzeitig auftreten, bevorraten die Ameisen die Samen, um später in Ruhe das Elaiosom abknabbern zu können. Sie bugsieren also die Samen ins Großlager im Ameisenbau. Wurde die Leckerei abgefressen, wird das nun für die Ameisen nutzlose Samenkorn wieder aus dem Bau geworfen. Und so trägt die Ameise auf wundersame Weise zur Verbreitung ganz vieler Waldpflanzen bei. Der Ameisenbau ist nämlich gleichzeitig eine Art idealer Aufenthaltsort, um den Samen in die richtige Keimstimmung zu bringen.
Tipp: Schneemarbeln im Topf sollten bei kalkhältigem Leitungswasser mit Regenwasser gegossen werden. Der Kalk im Wasser hemmt das Wachstum.
Quellen:
Wikipedia
Galasearch
